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Der Begriff Krematorium ist aus dem lateinischen "cremare" (verbrennen) abgeleitet. Es handelt sich dabei um eine Anlage die der Verbrennung von Leichen im Rahmen einer Feuerbestattung dient. Erst sprunghaftes Bevölkerungswachstum und das Gedankengut der Aufklärung brachten die über 1.000 Jahre lang verbotene Feuerbestattung wieder in das Bewusstsein der Christen Europas.
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Mit der Christianisierung Europas verschwand der Brauch der Feuerbestattung, zunächst langsam und nach einem Dekret Karl des Großen aus dem Jahr 789 endgültig aus dem Bewusstsein der Bevölkerung.
Bevölkerungswachstum und daraus resultierend immer größer werdende Städte führten zu einer Knappheit an Friedhofsplätzen. Unterstützt durch Gedanken der Aufklärung wurde langsam der Weg zur Wiederentdeckung der Feuerbestattung bereitet.
Zunächst waren es jedoch technische Probleme, die es zu beseitigen galt. Im Rahmen der Wiener Weltausstellung im Jahr 1873 wurde die erste Feuerbestattungsanlage präsentiert und mit viel Interesse aufgenommen. Bereits drei Jahre später eröffnete in Mailand das erste Krematorium. Deutsche Unternehmen waren führend bei der Entwicklung der ersten Krematorien, so erhielt die Firma Friedrich Siemens aus Dresden 1876 eine Auszeichnung für die dort vorgestellt Feuer-Technologie. Bis zur Eröffnung des ersten deutschen Krematoriums in Gotha dauerte es weitere zwei Jahre (1878).
Die Funktionsweise der Krematorien ist bis heute unverändert, unter enormen Temperaturen wird der Verstorbene unversehrt zusammen mit einem Sarg verbrannt. Prothesen oder Edelmetalle, welche zu Lebzeiten implantiert wurden, werden somit ebenfalls verbrannt. Kleinere Mengen an Edelmetallen verbrennen dabei ebenfalls, größere Mengen an z.B. Zahngold werden herausgefiltert und können den Angehörigen zurückgegeben werden.
Damit eine eindeutige Zuordnung der Asche vorgenommen werden kann, wird ein unverbrennbarer Schamottestein dem Sarg beigefügt. Je nach Feuerbestattungs-Verfahren dauert der Bestattungsvorgang etwa 60 bis 90 Minuten. Die aus dem Verbrennungsvorgang resultierende Asche kann für eine Feuerbestattung oder Seebestattung genutzt werden, bei letzterer werden die sterblichen Überreste in Form der Asche nicht mit der Urne vergraben, sondern in dafür ausgewiesenen Bereichen der Küste, dem Meer übergeben. Die Urne besteht aus einem umweltfreundlichen Material und begünstig die schnelle Verbindung zwischen Meer und Asche.
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